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„Neujahrsansprache“ von Ralf Berger

Allen Freunden und Mitlesern wünsche ich ein Frohes, Neues Jahr 2015!
Ich hoffe, ihr alle hattet ein paar geruhsame Weihnachtstage und konntet euch gut erholen. – Mir ging es jedenfalls so und das war auch bitter nötig.
Kurz vor Jahreswechsel schaut man immer zurück auf das letzte Jahr, auch und gerade, wenn man den Blick auf die Zukunft richtet. Ich möchte mich damit kurz fassen und im umgekehrter Reihenfolge vorgehen. Was die Deutschen in den letzten Wochen besonders beschäftigte, waren wohl die Berichte über „PEDIGA“. Und das möchte ich auch nicht ignorieren, gerade in einem historischen Jahr wie 2014. Ich meine, dass in der ganzen Berichterstattung um die Weihnachtszeit herum ein besonderer Aspekt zu kurz kam: Was übersteigerter Patriotismus, Nationalismus und Fremdenhass zu Wege bringen, machte der Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren und der Ausbruch des 2. Weltkrieges vor 75 Jahren deutlich. Und gerade zu Weihnachten vor 100 Jahren schafften es die Soldaten verfeindeter Nationen sich über die Schützengräben hinweg zu verbrüdern und gemeinsam Weihnachten im Niemandsland zwischen den Fronten zu feiern – zum Missfallen der militärischen Führer aller Nationen.
Trotz millionenfachen Leids und Todesopfer auf allen Seiten: Diese Nationen sind heute bestens befreundet und bilden gemeinsam das Rückgrat von Europa. Menschlichkeit ist ein stärkerer Antrieb als Patriotismus, Fremdenhass und die Angst vor Überfremdung. Diese Triebkräfte sind nur lauter und werden deswegen eher wahrgenommen.
Sprung zum Jahresanfang: In ihrer Neujahrsansprache vor einem Jahr sagte die Bundeskanzlerin: „Politik braucht die Bürger.“ Das Jahr 2014 war auch ein bedeutendes Wahljahr mit Europa- und Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz und einigen Landtagswahlen. Dazu kam noch eine Bürgerbefragung in Neustadt an der Weinstraße. Eins zeigten alle vergangenen Wahlen und ihre Ergebnisse: Politik und Parteien haben sich weit voneinander entfernt. Das sieht man an der sinkenden Wahlbeteiligung und auch deutlich daran, wie weit der Ausgang bei der Kommunalwahl in RLP von der Aufstellung der Kandidaten abwich. Das ist eine Besonderheit unseres Kommunalwahlrechts in RLP.
„Politik braucht die Bürger“ – die Umkehrung gilt nicht: Die Bürger brauchen keine Politik! Vor allem dann nicht, wenn sie sich so deutlich von den Bürgern entfernt hat.
Was Bürger brauchen, ist Freiheit im Sinne von Rousseau: Nicht tun zu müssen, was man nicht will.
Was Bürger brauchen, ist das Gefühl, ernst genommen zu werden und wie mündige Bürger behandelt zu werden.
In dem knappen halben Jahr, das ich jetzt in der Kommunalpolitik tätig bin, habe ich zahlreiche Beispiele erlebt, wo die Parteien genau das ignorieren. Aber das möchte ich mir aufbewahren für ein politisches Dreikönigstreffen.
Für jetzt und heute soll es genügen, jetzt lasst es alle kräftig krachen! ich wünsche allen (und ich meine alle), die das hier lesen ein gutes, gesundes Jahr 2015!
Ansonsten gilt: Köpfe hoch und pirate on. Die Piraten waren noch nie so wichtig wie jetzt (wer lacht da?!) – alles ist viel schlimmer als die digitalen Gründerväter damals dachten. Und wenn unsere Ideen auch raub(mord)kopiert werden, zeigt sich daran doch deutlich: Piraten wirken! Lasst uns 2015 daran arbeiten, dass die von uns geforderte „TRANSPARENZ“ nicht nur in den Wortschatz der Politik schafft, sondern auch in die Köpfe und in die Hände der politischen Akteure.
Prosit Neujahr!

Ralf Berger


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